Nachdem die Wolsdorfer Kirmes abgebaut und der Platz gefegt ist, gönnen sich die Junggesellen vom Rosenhügel keine Verschnaufpause. Sie treffen sich um 17 Uhr in der Vereinsgaststätte 'Warsteiner Eck', um anschließend beim Köttzoch den Paias, der traditionellen Symbolfigur der rheinischen Kirmes, ein letztes Mal den Wolsdorfer Bürgern zur Schau zu stellen. Bis 2019 war dies Jahrzehnte lang immer am Kirmesdienstag der Fall. Die folgende Kirmes, die pandemiebedingt erst 2022 veranstaltet wurde, endete zum ersten Mal bereits am Sonntag, so dass der Köttzoch seitdem an Kirmesmontag stattfindet.
Der Name des Brauchtums ist schnell erklärt: 'Kötten' bedeutet Geld sammeln und der 'Zoch' ist der Umzug durch die Straßen. Für die kleinen Spenden der Anwohner müssen vor allem die Fähnriche des Vereins einiges leisten. Alle 20 bis 30 Meter hält der Köttzoch kurz inne und die Fähnriche schwenken zu Ehren der Anwohner. Bis zum Jahr 2005 wurde der Köttzoch regelmäßig von einer kleinen Abordnung des Tambourcorps Pohlhausen-Birk begleitet. Anstatt Trommeln und Flöten kommt die Musik aktuell vom Band. Anlässlich des Jubiläums 2023 soll die Kooperation mit dem Tambourcorps für den Köttzoch wieder aufgenommen werden.
Genau wie beim Maianschwenken gehen beim Köttzoch auch die Frauen und Kinder des Vereins mit. So kommt dann überraschenderweise nach den ausgiebigen Kirmestagen immer wieder eine stattliche Truppe in rot-schwarzer Vereinsbekleidung zusammen. Der Zugweg fällt allerdings deutlich kürzer aus als beim Maianschwenken, da der Paias bereits um 20 Uhr wieder pünktlich zu seiner Gerichtsverhandlung, der „Paiasverurteilung“, im Warsteiner Eck erscheinen muss.
