Maibaumstellen Die Saison beginnt!

Die Beschaffung stattlicher Maibäume für das Oberdorf und die Königin ist eine der wichtigsten Herausforderungen des Jahres. Die erste Vorauswahl von geeigneten Exemplaren erfolgt bereits im März, wenn die Birken noch kaum Blätter tragen. Die Auswahl fällt nicht leicht, denn die schönsten Bäume sind oft sehr groß und schwer im Gelände zu erreichen. Richtig los geht es dann aber erst am Samstag vor dem 1. Mai. Die Vereinsmitglieder treffen sich in Wolsdorf und rüsten sich mit Sägen, Seilen und manchmal auch Macheten aus, um dann gemeinsam in den Wald zu ziehen. An den vorher ausgekundschafteten Örtlichkeiten, die unter das Betriebsgeheimnis fallen, wird dann nochmal ausgiebig diskutiert und philosophiert, welcher Maibaum denn der schönste sei. Natürlich hat der Maikönig das letzte Wort, wenn es um den Baum für seine Königin geht.

Ist die Entscheidung dann gefallen, wird zur Säge gegriffen. Die Birken zu fällen ist in der Regel das kleinere Problem. Die Bäume hingegen aus dem „Büsch“ zur Straße zu tragen, verlangt den Junggesellen alles ab. Sobald die Maibäume dann am Straßenrand parat liegen, erfrischen sich die Teilnehmer erstmal mit einem Kölsch aus einem Pittermännchen. Etwa zu dieser Zeit trifft dann der hinzugerufene Traktorfahrer Christian Knipp ein. Der Happerschosser kommt mit seinem Traktor-Anhänger-Gespann mittlerweile seit 2008 jährlich vom Hennefer Berg herab und unterstützt die Rosenhügler beim Transport und Aufstellen der Maibäume. Bei der Rückfahrt nach Wolsdorf herrscht äußerste Konzentration, denn eilige Verkehrsteilnehmer machen gerade auf der Zeithstraße schon mal gewagte Verkehrsmanöver. Zur Abschirmung des Gespanns hat sich ein Konvoi von Pkw mit Warnblinklichtern bewährt. Zu Fuß laufen müssen aber auch immer ein paar der Junggesellen, denn die etwa 20 Meter langen Birken lassen sich ohne Nachhilfe nicht um die Kurven manövrieren. Vor dem ehemaligen Lokal „Rosenhügel“ an der Jakobstraße, werden die Bäume abgeladen und mit bunten Flatterbändern geschmückt.

In einem vorhandenen Erdloch, welches das Jahr über durch eine Gehwegplatte an der Kreuzung Jakobstraße / Viehtrift verdeckt ist, wird der Vereinsbaum nun platziert. Alle helfen hier mit. Die einen heben den Baum, die anderen ziehen an Seilen und ein weiterer Helfer schlägt feste mit einem Vorschlaghammer auf das Stammende, damit dieses in das Loch gezwungen wird. Mit Leitern wird der Baum zudem nach oben gedrückt und auch abgesichert. Wer selbst nicht anpacken kann, darf ein bisschen die wartenden Verkehrsteilnehmer besänftigen. Nun zeigt sich meist, was die Auswahl des stattlichen Baumes so in sich hat. Glücklicherweise ist Christian mit seinem Traktor noch zur Absicherung vor Ort. Irgendwie gelingt es letztlich immer in Gemeinschaftsleistung den Baum aufzustellen.

Sobald der Baum mit Holzkeilen und Seilen in die richtige Position gebracht ist, haben sich alle eine Stärkung mit belegten Brötchen verdient, die vorher durch die Frauen des Vereins liebevoll zubereitet werden. Vom Vereinsbaum geht es dann traditionell zur Residenz der designierten Maikönigin. Hier ist vor allem der zukünftige König gefordert. Nach dem Aufstellen des Baumes bringt er ein selbst angefertigtes Herz für seine Auserwählte am Königsbaum an. Nicht selten lädt die werdende Königin dann zum Abschluss zu dem ein oder anderen Häppchen und Kölsch ein. Geschafft aber zufrieden lassen die Junggesellen gemütlich diesen letzten Samstag im April ausklingen.

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